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Burgsolms, Bergstraße Evangelische Kirche

Burgsolms, Bergstraße Evangelische KircheBurgsolms, Bergstraße Evangelische Kirche
Geschichte
Im Lorscher Codex wird im Jahr 788 die Schenkung einer Kirche am Solmsbach („Sulmissa“) erwähnt, wobei nicht eindeutig ist, ob Oberndorf oder Burgsolms gemeint ist. Für Oberndorf spricht, dass dies die Mutterkirche von Burgsolms war.[3] Für Burgsolms spricht, dass in den 1950er Jahren bei Bauarbeiten am Gemeindehaus am „Freien Stein“ die Krypta einer karolingischen Kirche sowie eine karolingische Ringwallanlage entdeckt wurde.[4] Die Funde sind Bestandteil eines befestigten Königshofes („curtis“), der offensichtlich der Sicherung des Lahnübergangs diente.[5]
Das ursprüngliche Patrozinium ist nicht bekannt. In vorreformatorischer Zeit bildeten Oberndorf und Burgsolms ein gemeinsames Kirchspiel, wohl ohne weitere Filialkirchen. Es gehörte im Mittelalter zum Archipresbyterat Wetzlar im Archidiakonat St. Lubentius Dietkirchen in der Erzdiözese Trier.[6]
Unter Heinrich IV. zu Solms-Braunfels († 1311/1312) wurde aus unbekannten Gründen das Filialverhältnis umgekehrt und Oberndorf Filialkirche von Burgsolms. Das Koblenzer Offizialat widersprach einer Versetzung des Taufsteins aus Oberndorf, der später aber dennoch nach Burgsolms gelangte. Im Jahr 1388 wird die Burgsolmser Kirche als Pfarrkirche bezeichnet.[7]
Mit Einführung der Reformation wechselte die Kirchengemeinde im Jahr 1549 unter Pfarrer Heinrich Rosarius zum evangelischen Bekenntnis und nutzte die mittelalterliche Kirche für ihre Zwecke. Unter Graf Konrad von Solms-Braunfels wurde am 7. September 1582 auf der Hungener Synode die „Nachreformation“ beschlossen und die Solmser Pfarrer nahmen das reformierte Bekenntnis an.[8] Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Gemeinde ab 1626 für einige Jahre katholisch, bis die Schweden 1632 wieder die Ausübung des evangelischen Glaubens ermöglichten.[9]
Aufgrund von Bauschäden veranlasste die Bauaufsichtsbehörde im März 1883 die Schließung des Gotteshauses.[10]
Die Gemeinde beschloss einen Neubau oberhalb der alten Kirche nach Plänen von Kreisbaumeister Wilhelm Witte aus Wetzlar. Für die neue
Kirche wurde Baumaterial aus dem abgerissenen Bauwerk wiederverwendet.
Die Grundsteinlegung erfolgte am 7. August 1883, die Einweihung genau ein Jahr später am 7. August 1884.[1]
Wie auch bei anderen Kirchen der Region trugen die Zivilgemeinden die Baukosten und die Baulast ganz oder zum großen Teil. Am 1. März
1890 wurde die Kirche alleiniges Eigentum der Kirchengemeinde. Nachdem das Bruchsteinmauerwerk ab 1920 Witterungsschäden aufwies, folgten mehrere Außensanierungen und schließlich ein heller Verputz.[11] Im Jahr 1954 wurde die alte Pfarrscheune in ein Gemeindehaus umgebaut. Das seit dem Mittelalter bestehende Kirchspiel wurde 1964 aufgelöst. In der Georgshüttenstraße wurde 1975 ein neues Gemeindezentrum fertiggestellt.[12]
Die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde[13] gehörte bis Ende 2018 zum Kirchenkreis Braunfels in der Evangelischen Kirche im Rheinland,[14] der 2019 in den Evangelischen Kirchenkreis an Lahn und Dill aufging.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Evangelische_Kirche_(Burgsolms) - abgerufen am 1. Juni 2024
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1. abcdef - Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.): Evangelische Pfarrkirche In: DenkXweb, Online-Ausgabe von 
Kulturdenkmäler in Hesssen2. ab - Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Hessen I. 2008, S. 143.
3. August Schoenwerk: Geschichte von Stadt und Kreis Wetzlar. 2. Auflage. Pegasus Verlag, Wetzlar 1975, ISBN 3-87619-005-3 , S. 28–29.
4. solms.de: Stadtteile (Memento des Originals vom 11. April 2021 im Internet Archive) abgerufen am 27. April 2020.
5. Otto Bork: Aus der Vor- und Frühgeschichte von Lützellinden. In: Heimatkundliche Arbeitsgemeinschaft Lahntal e. V. (Hrsg.): Heimatkundliche Arbeitsgemeinschaft Lahnteil. Heft 4, 1981, S. 87—104, hier: S. 95.
6. Kleinfeldt, Weirich: Die mittelalterliche Kirchenorganisation im oberhessisch-nassauischen Raum. 1984, S. 203.
7. Wiedl: Geschichte der Stadt Solms und ihrer Stadtteile. Bd. 1. 1989, S. 160–161.
8. Wiedl: Geschichte der Stadt Solms und ihrer Stadtteile. Bd. 1. 1989, S. 179.
9. Burgsolms. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Institut für Landesgeschichte, abgerufen am 27. April 2020.
10. Franzen: Gottesdienststätten im Wandel. Teil 3. 2002, S. 185 (online).
11. Franzen: Gottesdienststätten im Wandel. Teil 3. 2002, S. 186 (online).
12. Wiedl: Geschichte der Stadt Solms und ihrer Stadtteile. Bd. 3. 1994, S. 387.
13. reformiert-info.de. Abgerufen am 12. Januar 2021
14. Frank Rudolph: 200 Jahre evangelisches Leben. Wetzlars Kirchengeschichte im 19. und 20. Jahrhundert. Tectum, Marburg 2009, ISBN 978-3-8288-9950-6 , S. 26.

Fakten

AdresseBurgsolms, Bergstraße Evangelische Kirche
FunktionKirche
Baujahr1883

Literatur

  1. August Schoenwerk: Geschichte von Stadt und Kreis Wetzlar, 2. Auflage. Pegasus Verlag, Wetzlar 1975, ISBN 3-87619-005-3 S. 28–29.
  2. Wiedl: Geschichte der Stadt Solms und ihrer Stadtteile. Bd. 1., 1989, S. 160–161.
  3. Wiedl: Geschichte der Stadt Solms und ihrer Stadtteile. Bd. 1., 1989, S. 179.
  4. Otto Bork: Aus der Vor- und Frühgeschichte von Lützellinden., In: Heimatkundliche Arbeitsgemeinschaft Lahntal e. V. (Hrsg.): Heimatkundliche Arbeitsgemeinschaft Lahnteil. Heft 4, 1981, S. 87—104, hier: S. 95.
  5. Burgsolms. Historisches Ortslexikon für Hessen., In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Institut für Landesgeschichte, abgerufen am 27. April 2020.
  6. Franzen: Gottesdienststätten im Wandel. Teil 3., 2002, S. 185 (online).

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